Wir sind die Energiewendemacher
Mit dem Projekt Hyperlink ergreift Gasunie die Initiative für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Nordwestdeutschland. Etwa 60 Prozent des zukünftigen Wasserstoffnetzes basieren dabei auf der Umrüstung bestehender Erdgasleitungen. Dieser Ansatz ist ressourcenschonend und ermöglicht es, Teile von Hyperlink bereits zeitnah in Betrieb zu nehmen. Projektleiterin Lara Hauck blickt auf die Umbauarbeiten im Jahr 2023 zurück und gibt einen Einblick in die anstehende Aufgaben.
„Als wir Anfang 2023 mit den Umbau-Planungen für Hyperlink 1 & 2 gestartet sind, erschienen die Herausforderungen teilweise riesig“, erinnert sich Lara. „Dass es uns im gleichen Jahr gelungen ist, einen ersten Leitungsabschnitt aus unserem Bestandsnetz vollständig für den zukünftigen Wasserstofftransport vorzubereiten, geht vor allem auf den enormen Einsatz aller Beteiligten zurück. Dies gilt für die Kolleginnen bei Gasunie ebenso wie für die enge Zusammenarbeit mit unseren Dienstleistern. Besonders stolz bin ich, dass wir die letzte Schweißnaht noch rechtzeitig vor den Weihnachtstagen setzen konnten.“
Molekülgröße und Strömungsgeschwindigkeit
Lara leitet bei Gasunie Deutschland ein zehnköpfiges Projektteam, das für Umbaumaßnahmen im Rahmen der Teilprojekte Hyperlink 1 und 2 zuständig ist. Die geringe Molekülgröße und die hohe Strömungsgeschwindigkeit von Wasserstoff führen dazu, dass vor allem die älteren Armaturen der Erdgasleitungen den technischen Anforderungen für den Wasserstofftransport nicht gerecht werden. Technisch bedeutet die Umrüstung häufig Pionierarbeit, da für derartige Projekte bisher keine Blaupausen existieren und die technischen Regelwerke noch in der Weiterentwicklung sind. Da die Maßnahmen im Bereich in Betrieb befindlicher Gasleitungen (sogenannt Brownfield) stattfinden, erhält das Kernteam unter anderem Unterstützung vom neu gegründeten Wasserstoffteam GOW-H aus dem Bereich Operations.
Anfang September 2023 begannen schließlich die ersten Umbauten für Hyperlink auf der ETL 0015, einer Erdgasleitung, die seit etwa 60 Jahren im Betrieb ist. Im Verlauf von 15 Wochen wurden auf dem 55 Kilometer langen Abschnitt von Ottersberg bis Heidenau insgesamt 8 Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Für die Arbeiten wird der jeweilige Leitungsabschnitt zunächst außer Betrieb genommen und an den entsprechenden Lokationen freigelegt, um die betroffenen Armaturen auszutauschen beziehungsweise. Anlagenkomponenten auszubauen und durch Passstücke zu ersetzen. Die Dauer einer Baustelle kann nach Größe von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten reichen. Nach Abschluss des Rohrleistungsbaus wurden der Leitungsabschnitt mit dem Weihnachtsfest wieder im Erdgas in Betrieb genommen. Restarbeiten, wie zum Beispiel der Fundamentbau, das Verfüllen der Baugruben oder die Wiederherstellung der Oberfläche sind bis Mai 2024 geplant.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen
Arbeiten im Brown Field gehen mit besonderen Anforderungen einher. „Da die Leitungen im Umfeld unserer Baustellen weiterhin in Betrieb sind, müssen wir strenge Sicherheitsvorkehrungen beachten. Zudem können wir in der Baugrube immer wieder auf Überraschungen stoßen“, beschreibt Lara. „Vor allem dank der beeindruckenden Expertise der KollegInnen im Team ist es uns gelungen, diese Herausforderungen in kürzester Zeit zu meistern.“
„Wir haben im vergangenen Jahr sehr viel gelernt. Daher schauen wir gestärkt in die Zukunft und freuen uns auf die nächsten Aufgaben. Denn in 2024 stehen etwa 24 Maßnahmen an vier Leitungen an, unter anderem Arbeiten an beiden Weserdükern, der Verdicherstation Achim und der Station Eckel“, so Lara. „Viel Zeit zum Ausruhen hatten wir allerdings nicht. Denn die ersten Arbeiten haben bereits begonnen.“